4. September 2015

Adobe Flash geht in Rente

Der Adobe Flash Player wird in Kürze in fast allen Browsern gesperrt

Flash ist fertig

Ein Schock geht durch die Online-Werbebranche: Im Juli sperrte Mozilla Firefox den Adobe Flash Player, seit September sind Banner, Animationen und Videos, die mit Flash programmiert wurden, auch in Google Chrome nicht mehr abspielbar. Damit nimmt eine Entwicklung ein rasantes Tempo ein, welche sich schon seit Jahren abzeichnete: Die Ablösung von Adobe Flash durch HTML5.

Wie der Flash Player einst das Internet revolutionierte

In den späten 1990er Jahren war der Flash Player eine der grossen Revolutionen des Internets. Das von der Firma Macromedia programmierte Tool ermöglichte das Abspielen von Animationen auf der Basis von Vektor- und Rastergrafiken mit Tonuntermalung und brachte damit erstmals Bewegung und etwas «Pepp» ins Internet – die quietschbunten Webseiten aus den frühen 2000er Jahren mit animierten Intros, glitzernden Menüs und schrillen Tönen waren das Ergebnis des Flash-Enthusiasmus. Die Leute haben alles ausprobiert, was mit dem Player möglich war.

«Wie wir Flash doch geliebt haben! Endlich konnte man seine Ideen kreativ umsetzen. Bewegt, mit Effekten und eigenen Schriften.»

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der zunächst recht einfache Player weiter und wurde komplexer und der Standard für viele Anwendungsbereiche jenseits der bunten Webseiten. So ermöglichte der Flash Player die Geburtsstunde der Browserspiele, die Werbebranche nutzte den Player für animierte Werbebanner und schliesslich öffnete 2005 YouTube seine Pforten und verwendete den Flash Player zum Abspielen seiner Videos.

Obwohl der Flash Player zu dieser Zeit kein sonderlich gutes Image mehr hatte – denn viele Internetnutzer waren von den animierten Bannern genervt. Zudem wies der Player bereits enorme Sicherheitsmängel auf – war er durch den bahnbrechenden Erfolg von YouTube auf seinem Höhepunkt, als die Firma Adobe Macromedia aufkaufte und den Player zu «Adobe Flash» umbenannte.

Das Ende von Adobe Flash – eine zunächst schleichende, dann abrupte Entwicklung

Dennoch weigerten sich immer mehr Internetfirmen, mit dem Adobe Flash Player zu arbeiten. Als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, unterstützte sein Betriebssystem iOS Flash nicht. 2013 hörte Adobe selbst damit auf, den Flash Player für mobile Browser weiterzuentwickeln, seitdem gab es dafür kein Update mehr und der Player war nur noch für den stationären Gebrauch verwendbar.

Seit 2010 ist es auf YouTube durch HTML5 möglich, die Videos auch ohne Adobe Flash Player abzuspielen. Seit Januar 2015 ist HTML5 sogar standardmässig voreingestellt.

Seit Mitte 2014 funktioniert der Flash Player standardmässig im Apple Browser Safari nicht mehr – was jetzt nicht mehr nur das iPhone, sondern auch die Notebooks der Firma betrifft. Im Juli 2015 folgte Mozilla diesem Beispiel mit seinem Browser Firefox und sperrte den Flash Player. Das heisst zwar in beiden Fällen nicht, dass der Benutzer den Flash Player überhaupt nicht mehr nutzen kann, er muss aber dafür selbst aktiv werden und ihn einschalten.

Und das Flash-Sterben geht noch weiter: Seit dem 1. September 2015 hat auch Google den Flash Player in seinem Browser Chrome gesperrt.

Warum möchte niemand mehr den Flash Player unterstützen?

Immer wieder kamen bei Adobe Flash in den letzten Jahren Sicherheitslücken auf, die durch Sicherheitsupdates vonseiten Adobes geschlossen werden mussten, was sehr viele Updates bedeutete.

Für Hacker ist das Flash Plug-In ein attraktives Ziel, denn es läuft auf allen Browsern und Betriebssystemen – ein einziger Virus genügt, um überall reinzukommen und ganze Computer zu übernehmen.

Neben dem schwerwiegenden Sicherheitsproblem, ist die Technik von Adobe Flash aber auch einfach veraltet und entspricht nicht den neusten Massstäben – und dabei ist nicht nur die Abwesenheit auf mobilen Geräten gemeint, die heute einen immensen Marktanteil innehaben, sondern auch Funktionen für Desktop PCs, die Adobe Flash nicht umsetzen kann.

Was ist HTML5 und welche Vorteile gibt es gegenüber Flash?

Das Sterben von Adobe Flash ist untrennbar mit der Durchsetzung von HTML5 verbunden – überall ist von HTML5 als Alternative für Flash die Rede.

HTML5 ist eine neue Programmiersprache und der Nachfolger des bisherigen Standards im Internet, HTML4. War bei HTML4 die Darstellung von animierten Bannern, Videos oder Audiodateien nur über die Einbindung zusätzlicher Plug-Ins möglich, werden diese Funktionen von HTML5 direkt unterstützt. Seit Oktober 2014 ist HTML5 fertiggestellt und gilt als neuer Webstandard.

Konkret bedeutet das also, dass der Benutzer früher noch zwangsläufig einen Player – in den meisten Fällen den Flash Player – benötigt hat, um überhaupt ein Video im Internet abspielen zu können. Mit HTML5 wird das überflüssig, weil das Video direkt im Browser abgespielt wird. Das geht schneller und spart Akku. Ausserdem erfordert HTML5 durch die direkte Interpretation im Browser keine lästigen Updates und Anwendungen müssen auch nicht mehr für jedes Betriebssystem einzeln programmiert werden.

Flash wird in Rente geschickt – Was bedeutet das für die Online-Marketing Branche?

In der Branche der Online-Werbung war Flash bisher trotz seines schlechten Images der Standard, weshalb hier natürlich rege Aufregung herrscht, seit bekannt ist, wie abrupt das endgültige Ende des Flash Players nun gekommen ist. Denn der Boykott, den die Browser nun reihenweise mit dem Flash Player durchführen, wird dafür sorgen, dass etwa 80 % aller mit Flash programmierten Werbemittel – hauptsächlich Banner und Videos – nicht mehr richtig angezeigt werden. Nur jene Werbefirmen, die bereits komplett auf die neue Technologie HTML5 umgestiegen sind, bleiben von diesen Entwicklungen unberührt.

Für Werbetreibende, deren Banner und Videos mit Adobe Flash programmiert sind, ist das natürlich sehr nachteilig, da sich ein grosser Teil der potenziellen Kunden eher bei der «Flash-freien» Konkurrenz umsehen wird, anstatt den Aufwand zu betreiben, herauszufinden, wie Flash aktiviert werden kann, um die Darstellungsfehler zu beheben. Sie müssen jetzt all die Werbemittel, die mit Adobe Flash laufen, entweder in HTML5 konvertieren oder von Grund auf neu bauen, was natürlich Kosten verursacht.

In manchen Fällen könnten auch höhere AdServing Kosten entstehen, da die Produkte durch die Konvertierung «schwerer», also aus sehr vielen langen Programmiercodes bestehen werden.

Und was nun?

Von diesem kleinen Schock wird sich die Online-Werbebranche aber trotzdem sicherlich schnell erholen, wenn die Werbetreibenden nun rasch reagieren und auf HTML5 umsteigen. Flash ist mit seinen fast 20 Jahren ohnehin ein wahres Urgestein in der Internetwelt und dass das Ende irgendwann kommen würde, war absehbar – es hat seinen Ruhestand sozusagen mehr als verdient. Wenn der Wechsel erst einmal vollzogen wurde, werden sich die Vorteile von HTML5 sicherlich schnell bemerkbar machen – alleine schon die viel höhere Sicherheit wird die Firmen vor Schäden durch Hacker bewahren, und diese können im schlimmsten Falle ja sehr teuer werden.

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Alain Zeiter

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